"Ich weinte und lachte!"

Die eine Herzhälfte schlug bis zum Hals – vor Freude. Die andere rutsche in die Hose – aus blankem Entsetzen! Nur 20 Sekunden hat es gedauert bis das Röhrchen aus der Apotheke einen neuen Lebensabschnitt anzeigte: schwanger! "Ich weinte und lachte!"

"Nicht jetzt!"

Ina Rensing* ist 25 Jahre alt und Erzieherin. Vor einigen Jahren ist sie mit ihrem Lebensgefährten zusammengezogen. "Klar wollten wir irgendwann Kinder!" Aber nicht jetzt. Jetzt, wo das Haus einer Baustelle gleicht. Jetzt, wo sie arbeitslos ist. Jetzt, wo er sich gerade erst selbständig gemacht hat. Jetzt, wo das Schuldenkonto noch voll ist. Nicht jetzt!

Darüber war sich die junge Frau mit dem Mann einig, mit dem sie ihr "Leben verbringen will". Erst sollte die finanzielle Basis geschaffen sein, um einem Kind ein gesichertes Zuhause bieten zu können. "Wir schlafen seit drei Jahren auf einer Matratze – ohne Bett." Jetzt war nicht die Zeit. "Wir hatten hier richtig Zoff als mein Freund von der Schwangerschaft erfahren hat." Das Wort "Abtreibung" sei ihm rausgerutscht. "Er ist einer, der seine Pläne durchzieht." Ina Rensing war durcheinander: "Ich hatte eine Riesenangst, meine Beziehung kaputt zu machen." In der zehnten Schwangerschaftswoche ist sie zur katholischen Beratungsstelle gegangen. "Ich wollte nicht abtreiben. Sonst hätte ich mir eine gesucht, die auch einen Schein ausstellen darf." Doch das ist ihr erst heute klar. Sie wollte reden. "Einfach mal alles los werden in einem Schutzraum." Sich den Ballast von der Seele schaffen, sortieren – und weinen. "Der Druck war so groß."

Wir brauchen Hilfe

"Da hilft Dir jemand – einfach so!"

Und er wurde auch noch nicht kleiner als sie sich für das Kind entschieden hatte. Als für sie selbst klar war: "Es gibt keine Alternative." Als sie jedoch weiterhin auf Ablehnung stieß. "Sechs Wochen hat mein Freund gebraucht, bis er stolz sein konnte." Stolz, Vater zu werden. Bis zum ersten Ultraschallbild. "Das war der Moment, in dem ich mich auch zum ersten Mal freuen konnte: Ich bekomme ein Kind." Doch zuvor hatte sie ihren Lebensgefährten konfrontieren müssen mit den Konsequenzen seiner Forderung nach Abtreibung: "Das war eine harte Zeit." In der alles in Frage stand – nur das Kind nicht. "Mir ist in der Beratung klar geworden, dass ich eine Abtreibung psychisch gar nicht verkraftet hätte!"

Mit dieser Erkenntnis habe sich auch der Problemwald gelichtet: "Es geht! Mit der Zusage ´da hilft Dir jemand – einfach so´ wurde mir das bewusst. Das macht stark." Ina Rensing hat sich inzwischen von der Förderung der Bischof Tenhumberg-Stiftung dem bischöflichen Hilfsfond Umstandskleidung gekauft, denn ihr Bauch wächst. Auch die Babyerstausstattung ist mit der Hilfe gesichert. "Das ist so eine wichtige Entlastung", sagt inzwischen auch ihr Freund, bei dem "ein Knoten geplatzt" sei: "Wir werden jetzt Eltern."

(* Name geändert)

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Ein Kind! – Ein Glück? Schwanger! – Ein Segen?