Hintergrundwissen

Zahl der Schwangerschaftsabbrüche sinkt nur langsam

Seit dem Jahr 2008 ist die Zahl der in Deutschland statistisch erfassten Schwangerschaftsabbrüche nur langsam, aber kontinuierlich gesunken. Über die Gründe wird unterschiedlich spekuliert: Zum einen gibt es aufgrund des demografischen Wandels weniger Frauen, die schwanger werden können. Doch auch bessere und frühere Aufklärung und die Möglichkeit, sich die Notfall-"Pille danach" bei Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft ohne Rezept zu besorgen, sehen Fachleute als mögliche Ursachen für die sinkenden Abtreibungszahlen an. Dass auch die Zahl der Teenager-Schwangerschaften, die abgebrochen werden, sinkt, scheint zu den genannten Gründen zu passen.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) liefert für jedes Quartal genaue Daten zum Alter der Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen, ebenso wie zu den medizinischen - hier steigt die Zahl der Fälle - oder kriminologischen Indikationen und den nach der Beratungsregelung vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüchen. Auch die Statistiken der vergangenen Jahre kann man hier einsehen. (www.destatis.de)

Weit über 90 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche werden nach wie vor nach der Beratungsregelung vorgenommen. Nordrhein-Westfalen liegt, obwohl auch hier die Zahl der statistisch erfassten Abtreibungen längerfristig rückläufig ist, weit an der Spitze der Bundesländer: Wurden im Jahr 2008 in NRW 24.120 Schwangerschaften abgebrochen, so waren es 2014 noch 20.105; im Jahr 2015 stieg diese Zahl wieder um 678 auf 20.783 Abtreibungen an. Auch im Jahr 2016 ging diese Entwicklung weiter und erreichte 21.041 Abtreibungen.

Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland

  • 2016: 98.721
  • 2015: 99.237
  • 2014: 99.715
  • 2013: 102.802
  • 2012: 106.815
  • 2011: 108.867
  • 2010: 110.431

 


Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)